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Blog · 6. Oktober 2026

SD-JWT VC vs. mdoc (ISO/IEC 18013-5): Formate der EUDI-Wallet im Vergleich

SD-JWT VC vs. mdoc (ISO/IEC 18013-5) für Entwickler: Selective Disclosure, Key Binding, OpenID4VP und ISO/IEC 18013-7, was die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1731 zur PID verlangt und welches Format ein Verifier braucht.

Von DiditAktualisiert
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Kurz gesagt

SD-JWT VC und mdoc (ISO/IEC 18013-5) sind die beiden Credential-Formate, die jede Wallet für die digitale Identität der EU (EUDI-Wallet) verarbeiten muss. SD-JWT VC basiert auf JSON und ist für die Nutzung aus der Ferne gebaut. mdoc ist binäres CBOR und das einzige Format, das auch im Nahbereich funktioniert.[1]

  • Beide verbergen und offenbaren Attribute nach demselben Prinzip: gesalzene Hashes, die vom Aussteller signiert werden.[1]
  • Seit der Durchführungsverordnung (EU) 2026/1731 werden die Personenidentifizierungsdaten in beiden Formaten ausgestellt.[2]
  • Ein Verifier aus der Ferne kann beide über OpenID4VP lesen. Ein Lesegerät im Nahbereich benötigt mdoc.[1]

Zuletzt geprüft: 5. Oktober 2026 · Keine Rechtsberatung

Ein SD-JWT VC ist ein verifizierbares Credential, verpackt als signiertes JSON Web Token, dessen Claims einzeln offengelegt werden können. Ein mdoc ist ein mobiles Dokument im Format von ISO/IEC 18013-5, dem Standard, der ursprünglich für mobile Führerscheine geschrieben wurde. Das Architecture and Reference Framework (ARF) der EUDI-Wallet führt beide als verpflichtend für Wallets auf. Ein drittes Format, das W3C Verifiable Credentials Data Model 2.0, ist optional und „nur für nicht qualifizierte EAAs gedacht“.[1]

Dieser Leitfaden vergleicht die beiden Formate für Entwickler, die einen Verifier bauen. Grundlage sind das ARF v3.0.0, der Text von OpenID for Verifiable Presentations (OpenID4VP) 1.0 und das Amtsblatt. PID steht für Personenidentifizierungsdaten.

Was ein SD-JWT VC ist

Das ARF beschreibt „SD-JWT-based Verifiable Credentials“ als Datenformat und Verarbeitungsregeln zur Darstellung verifizierbarer Credentials, wobei SD-JWT „für ‚Selectively Disclosable JSON Web Token‘ steht“.[1] Es umfasst die JSON-Kodierung, einen Nachweismechanismus mit selektiver Offenlegung und eine optionale Gerätebindung.[1]

In OpenID4VP lautet der Formatbezeichner dc+sd-jwt, und eine Abfrage benennt den Credential-Typ über vct_values.[4] Das Beispiel der Spezifikation für einen ausgestellten Payload, gekürzt auf zwei seiner acht Digests:[4]

{ "_sd": [ "jsu9yVulwQQlhFlM_3JlzMaSFzglhQG0DpfayQwLUK4", "TGf4oLbgwd5JQaHyKVQZU9UdGE0w5rtDsrZzfUaomLo" ], "vct": "https://credentials.example.com/identity_credential", "_sd_alg": "sha-256", "cnf": { "jwk": { "kty": "EC", "crv": "P-256" } } }

Hinweis

SD-JWT VC lässt viele Optionen offen. Laut ARF ist das High Assurance Interoperability Profile (HAIP) „notwendig, um die Interoperabilität zwischen Wallet-Einheiten und vertrauenden Beteiligten sicherzustellen“.[1] Richten Sie Ihre Implementierung an HAIP aus.

Was ein mdoc (ISO/IEC 18013-5) ist

ISO/IEC 18013-5 definiert die Führerscheinattribute, ihre Kodierung in Concise Binary Object Representation (CBOR), Namespaces, die Kollisionen von Bezeichnern verhindern, einen Nachweismechanismus mit selektiver Offenlegung, eine verpflichtende Gerätebindung und den Austausch im Nahbereich.[1]

Nur das Datenmodell des Führerscheins ist fahrspezifisch. Das ARF hält fest, dass alle anderen Aspekte „generisch sind und für jeden anderen Attestierungstyp verwendet werden können, einschließlich PIDs“.[1]

OpenID4VP beschreibt diese Credentials als „in CBOR kodiert und mit COSE_Sign1 gesichert“ und vergibt den Formatbezeichner mso_mdoc. Eine Abfrage benennt den Dokumenttyp über doctype_value.[4]

Hinweis

Ein allgemeiner Standard für die Vorlage mobiler Dokumente, ISO/IEC 23220-4, ist in Vorbereitung. Laut ARF ist er „noch nicht fertiggestellt“, daher verweist das ARF weiterhin auf ISO/IEC 18013-5.[1]

Wie die selektive Offenlegung in jedem Format funktioniert

Selektive Offenlegung ermöglicht es dem Nutzer, einige Attribute zu teilen und den Rest zu verbergen, während der Verifier weiterhin die Signatur des Ausstellers prüft. eIDAS 2 verpflichtet Wallets, dies zu ermöglichen.[6] Das ARF bezeichnet den SD-JWT-Mechanismus als „gesalzene Hashes“ und erklärt, er sei „konzeptionell identisch mit dem Mechanismus, der in [ISO/IEC 18013-5] für denselben Zweck verwendet wird“.[1]

JSON

SD-JWT VC

  • Der Aussteller signiert ein JWT, das Digests statt Werte enthält
  • Jeder verborgene Claim wird als separate Disclosure übertragen
  • Die Wallet sendet nur die freigegebenen Disclosures

OpenID4VP 1.0, Anhang B.3

CBOR

mdoc (ISO/IEC 18013-5)

  • Der Aussteller signiert gesalzene Hashes der Datenelemente
  • Datenelemente liegen in Namespaces
  • Die Wallet gibt nur die freigegebenen Elemente zurück

ARF v3.0.0, Abschnitte 5.4.2 und 5.4.3

Ein Mechanismus, zwei Kodierungen.[1][4]

Im obigen Beispiel enthält das Array _sd SHA-256-Digests. Jede Disclosure ist ein Array aus einem Zufallswert, dem Namen des Claims und dem Wert des Claims. Für den Vornamen lautet sie ["2GLC42sKQveCfGfryNRN9w", "given_name", "John"], und ihr Hash ist der erste Digest in der Liste. Der Prüfer hasht jede empfangene Disclosure und sucht den Digest im signierten Payload.[4]

Claims werden unterschiedlich adressiert. Bei einem JSON-Credential ist ein Claims-Pfad eine Liste von Schlüsseln wie ["address", "street_address"]. Bei einem mdoc „enthält“ der Pfad „zwei Elemente vom Typ String“: den Namespace und den Bezeichner des Datenelements, zum Beispiel ["org.iso.18013.5.1", "first_name"].[4]

Achtung

Die Attributtabelle der PID enthält kein Attribut „über 18“. Pflichtattribute sind Familienname, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit.[3] Selektive Offenlegung verbirgt Attribute. Sie macht aus einem Geburtsdatum kein Ja oder Nein.

Key Binding und Device Engagement

Die Gerätebindung knüpft ein Credential an Schlüssel in der Wallet des Nutzers, sodass es nicht geklont werden kann. Der Prüfer kontrolliert sie, indem er die Wallet auffordert, frische Zufallsdaten mit dem privaten Schlüssel zu signieren, der zum öffentlichen Schlüssel im Credential passt.[1] Die Bezeichnungen unterscheiden sich: „In [ISO/IEC 18013-5] heißt es ‚mdoc authentication‘. In [SD-JWT VC] heißt es ‚key binding‘.“[1]

FrageSD-JWT VCmdoc (ISO/IEC 18013-5)
Bezeichnung des NachweisesKey Bindingmdoc authentication
Vom Format vorgeschriebenIn der Spezifikation optionalIm Standard verpflichtend
Wo der Schlüssel des Inhabers liegtDer Claim cnfIm vom Aussteller signierten mdoc
Was die Wallet über OpenID4VP zurückgibtDas SD-JWT mit einem Key Binding JWTEine DeviceResponse mit einer Signatur oder einem MAC über das Session Transcript
Was den Nachweis an Ihre Anfrage bindetnonce und aud im Key Binding JWTDer OpenID4VP-Handover im Session Transcript

Die Gerätebindung ist für PIDs in beiden Formaten verpflichtend.[1][4]

Für SD-JWT VC ist die Regel in OpenID4VP streng. Wenn require_cryptographic_holder_binding auf true gesetzt ist, was der Standardwert ist, „MUSS die Wallet ein SD-JWT zurückgeben“, und zwar mit einem Key Binding JWT. Der Claim nonce muss der Nonce Ihrer Anfrage entsprechen, und aud muss Ihrem Client Identifier entsprechen. Ausnahme ist die Digital Credentials API: Dort muss er Ihrem Origin mit dem Präfix origin: entsprechen.[4]

Device Engagement gibt es nur bei mdoc. In einem Ablauf im Nahbereich zeigt der Nutzer einen QR-Code oder präsentiert ein NFC-Tag. Es enthält, was das Lesegerät braucht, um eine NFC-, Bluetooth-Low-Energy- oder Wi-Fi-Aware-Verbindung zu öffnen und darauf einen authentifizierten, verschlüsselten Kanal aufzubauen. Eine Internetverbindung zwischen beiden ist nicht nötig.[1]

Nutzer Wallet Ihr Lesegerät
1Öffnet die Wallet
2Zeigt QR-Code oder NFC-Tag
3Verbindet sich, sicherer Kanal
4Präsentationsanfrage

Die Wallet authentifiziert das Lesegerät

5Bittet um Zustimmung
6Stimmt zu
7Ausgewählte Datenelemente

Eine Präsentation im Nahbereich mit mdoc (ISO/IEC 18013-5), vereinfacht.[1]

Was der Nutzer sieht:

EUDI-Wallet

Ausweis vorzeigen

QR-Code anzeigen

1Der Nutzer öffnet die Wallet und startet eine Präsentation.

EUDI-Wallet

Vom Lesegerät scannen lassen

Oder an das Lesegerät halten.

2Ein QR-Code oder ein NFC-Kontakt baut den Kanal auf.

EUDI-Wallet

Auswählen, was geteilt wird

  • NachnameGeteilt
  • GeburtsdatumGeteilt
  • GeburtsortNicht geteilt

Teilen

3Die Wallet nennt das Lesegerät, und der Nutzer stimmt zu.

EUDI-Wallet

Geteilt

4Nur die freigegebenen Attribute verlassen das Telefon.[1]

Präsentationsprotokolle: OpenID4VP, ISO/IEC 18013-7 und Nahbereich

Das ARF listet auf, was eine Wallet verarbeitet: ISO/IEC 18013-5 im Nahbereich sowie OpenID4VP oder ISO/IEC 18013-7 aus der Ferne.[1]

ProtokollEinsatzSD-JWT VCmdoc (ISO/IEC 18013-5)
ISO/IEC 18013-5Nahbereich: QR oder NFC, danach NFC, Bluetooth Low Energy oder Wi-Fi AwareNeinJa
OpenID4VP mit HAIPAus der Ferne: Weiterleitungen und benutzerdefinierte URI-Schemata oder die Digital Credentials APIJaJa
ISO/IEC 18013-7Aus der Ferne: Anhang C über die Digital Credentials API; das benutzerdefinierte URI-Schema nach Anhang A ist für Wallets optionalNeinJa

Welches Protokoll welches Format transportiert, laut ARF.[1]

Attestierungen im Format SD-JWT VC „können nicht für Präsentationen im Nahbereich verwendet werden“. ISO/IEC 18013-7 „kann nur verwendet werden, um Attestierungen im [ISO/IEC 18013-5]-konformen Format anzufordern und zu präsentieren“. OpenID4VP „eignet sich nur für Transaktionsabläufe bei der Fernpräsentation“ und transportiert beide Formate.[1] OpenID4VP 1.0 wurde am 10. Juli 2025 zur Final Specification.[5]

Eine Präsentation aus der Ferne aus einer Wallet mit OpenID4VP, von Anfang bis Ende.

Das ARF empfiehlt keine benutzerdefinierten URI-Schemata über Geräte hinweg, weil diese Abläufe „anfällig für Phishing- und Relay-Angriffe sind“, und nennt die Digital Credentials API als Alternative.[1] Diese API ist noch ein W3C-Entwurf, und Chrome 141 aktiviert sie standardmäßig.[9][10] ISO führt die technische Spezifikation von 18013-7 aus dem Jahr 2024 als zurückgezogen und ersetzt, eine dritte Ausgabe ist in Entwicklung. Prüfen Sie daher, auf welche Ausgabe Ihr Code ausgerichtet ist.[7][8] Details zur Anfrage finden Sie im Leitfaden für OpenID4VP-Verifier.

Was die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1731 für die PID verlangt

Die erste Vorschrift zu PID-Formaten, die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2977, legte fest, dass die PID „in zwei Formaten ausgestellt“ wird: ISO/IEC 18013-5:2021 und das Verifiable Credentials Data Model 1.1.[2][3] Der Änderungsrechtsakt vom Juli 2026 ersetzte diesen Satz. Die PID wird nun „gemäß den Normen ausgestellt, die in Anhang II der Durchführungsverordnung (EU) 2024/2979, Abschnitte 5 (Format SD-JWT VC) und 6 (Format ISO/IEC-mdoc), festgelegt sind“.[2]

  1. 4. Dezember 2024Erste Vorschrift2024/2977: 18013-5 und VCDM 1.1.
  2. 22. Juli 2026Geändert2026/1731: SD-JWT VC und mdoc.
  3. 23. Juli 2026ARF v3.0.0An die Änderungsrechtsakte angepasst.
  4. 24. Dezember 2026Bereitstellung der WalletsEine Wallet pro Mitgliedstaat.
  5. 11. August 2028LichtbildDie Anforderung an das Lichtbild gilt, sofern der Nutzer nicht ausdrücklich widerspricht, soweit anwendbar.

Wie sich das Recht zu PID-Formaten entwickelt hat.[1][2][3][6]

Derselbe Rechtsakt legt in seinem Anhang zur Durchführungsverordnung (EU) 2024/2982 zwei Präsentationsprofile fest: ein „ISO/IEC-mdoc-Profil“ und ein „OpenID4VC-HAIP-Profil“.[2]

  • Senden Sie Ihr Registrierungszertifikat: Ein Element von verifier_info „muss das Registrierungszertifikat enthalten“.[2]
  • Verwenden Sie Ihr Zugangszertifikat als Leaf-Zertifikat mit dem Client-Identifier-Präfix x509_hash.[2]
  • Befolgen Sie für mdoc über die Digital Credentials API „Anhang C der ISO/IEC 18013-7:2025“.[2]

Die Registrierung behandelt der Leitfaden für vertrauende Beteiligte der EUDI-Wallet, den Zeitplan der Beitrag Fristen der EUDI-Wallet für 2026 und 2027.

SD-JWT VC vs. mdoc (ISO/IEC 18013-5): Vergleichstabelle

MerkmalSD-JWT VCmdoc (ISO/IEC 18013-5)
KodierungJSON Web TokenCBOR, binär
Selektive OffenlegungGesalzene HashesGesalzene Hashes
Zentraler Anwendungsfall im ARFAus der Ferne, zum Beispiel FernidentifizierungNahbereich, zum Beispiel ein mobiler Führerschein
Pflicht für die WalletVerpflichtendVerpflichtend
PID darin ausgestelltJaJa
NahbereichNeinJa, ISO/IEC 18013-5
Aus der FerneOpenID4VP mit HAIPOpenID4VP mit HAIP oder ISO/IEC 18013-7
GerätebindungIm Format optional, für PIDs verpflichtendIm Standard verpflichtend
Formatkennung in OpenID4VPdc+sd-jwtmso_mdoc
Claims-PfadJSON-SchlüsselNamespace, dann Kennung des Datenelements

Aus dem ARF, außer der PID-Zeile (Durchführungsverordnung 2026/1731) und den letzten beiden Zeilen (OpenID4VP 1.0).[1][2][4]

Mobile Führerscheine in den Vereinigten Staaten stützen sich für den Nahbereich auf ISO/IEC 18013-5.[7][8] Die EU-Lösung zur Altersverifikation nennt Zero-Knowledge-Proof als verpflichtenden Präsentationsmechanismus, „mit einfacher mDoc-Präsentation als Fallback“.[13] Die EVO Wallet aus Moldau dokumentiert OpenID4VP 1.0 mit einem mdoc nach ISO/IEC 18013-5, profiliert nach HAIP 1.0.[11]

Welches Format ein vertrauender Beteiligter unterstützen muss

Wallet-Einheiten verarbeiten beide Formate, und die PID wird in beiden ausgestellt.[1][2] Die für diesen Leitfaden gelesenen Texte enthalten keine Stelle, die einen vertrauenden Beteiligten verpflichtet, beide anzufordern. Die praktische Lesart: Ein Verifier aus der Ferne kann eines der beiden anfordern, und ein Lesegerät ohne Internetverbindung braucht mdoc, das einzige Format, das im Nahbereich funktioniert.[1]

1Auflisten, wo Sie dem Nutzer begegnen

Website, App, Schalter oder Zugangskontrolle.

Ist einer davon ein Ablauf im Nahbereich

Ja

mdoc umsetzen (ISO/IEC 18013-5)

Es funktioniert auch aus der Ferne.

Nein

Mit SD-JWT VC beginnen

JSON über OpenID4VP mit HAIP.

2Die Abfrageschicht formatneutral halten

Eine DCQL-Abfrage kann beide Formate benennen.

3Aussteller, Widerruf und Bindung prüfen

Für beide gelten dieselben Prüfungen.

Mit der Digital Credentials Query Language (DCQL) in OpenID4VP kann eine Anfrage eine dc+sd-jwt-Abfrage und eine mso_mdoc-Abfrage nebeneinander enthalten; die Spezifikation zeigt eine solche Anfrage.[4] Nach dem ARF prüft der vertrauende Beteiligte die Signatur des Ausstellers gegen einen Vertrauensanker aus einer Trusted List oder einer List of Trusted Entities, prüft den Widerruf über eine Statusliste oder eine Widerrufsliste und prüft die Gerätebindung.[1]

Nach eIDAS 2, Verordnung (EU) 2024/1183, muss jeder Mitgliedstaat bis zum 24. Dezember 2026 mindestens eine Wallet bereitstellen, und private vertrauende Beteiligte, die zur starken Nutzerauthentifizierung verpflichtet sind, müssen sie bis zum 24. Dezember 2027 auf Verlangen des Nutzers akzeptieren; Kleinst- und Kleinunternehmen sind ausgenommen.[6] Der Stand je Land steht im Tracker zum Start der EUDI-Wallet.

Bibliotheken und Testwerkzeuge

Die Quellen hinter diesem Leitfaden nennen keine Open-Source-Bibliotheken, daher nennt auch dieser Abschnitt keine. Sie sagen aber, wo Sie testen sollten und was Sie bei jeder gewählten Bibliothek prüfen sollten.

  • Führen Sie die Konformitätstests unter conformance.eudi.dev durch, die in den Release Notes zu ARF v3.0.0 genannt werden.[1]
  • Lesen Sie die Dokumentation der Referenzimplementierung unter docs.eudi.dev.[1]
  • Sehen Sie sich einen veröffentlichten Verifier an: Die Nationalbank der Republik Moldau hat einen Demo-Verifier mit Quellcode für Finanzinstitute veröffentlicht.[12]
  • Prüfen Sie, dass die Bibliothek HAIP folgt und nicht nur den Basisspezifikationen.[1]
  • Prüfen Sie, welche Ausgabe von ISO/IEC 18013-7 sie implementiert.[2][8]

Wie Didit bei der Verifizierung mit der EUDI-Wallet hilft

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Das Wichtigste in Kürze

  • Wallets unterstützen sowohl SD-JWT VC als auch mdoc (ISO/IEC 18013-5), und die PID wird in beiden Formaten ausgestellt.
  • Beide nutzen gesalzene Hashes für die selektive Offenlegung. Sie unterscheiden sich in der Kodierung, JSON gegenüber CBOR.
  • SD-JWT VC funktioniert nur aus der Ferne. mdoc funktioniert im Nahbereich und aus der Ferne.
  • OpenID4VP mit HAIP transportiert beide Formate, sodass ein Verifier jedes der beiden anfordern kann.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein SD-JWT VC?

Ein verifizierbarer Nachweis, verpackt als Selectively Disclosable JSON Web Token. Der Aussteller signiert Digests der Angaben, und die Wallet legt nur die Angaben offen, die der Nutzer freigibt.[1]

Was ist ein mdoc nach ISO/IEC 18013-5?

Ein mobiles Dokument im CBOR-Format, das zuerst für mobile Führerscheine definiert wurde. Der übrige Teil der Norm ist generisch und kann andere Attestierungen transportieren, auch PIDs.[1]

Was ist der Unterschied zwischen SD-JWT VC und mdoc?

Kodierung und Einsatzbereich. SD-JWT VC ist JSON und funktioniert nur aus der Ferne. mdoc ist CBOR und funktioniert auch im Nahbereich. Beide nutzen gesalzene Hashes für die selektive Offenlegung.[1]

Welche Formate nutzt die PID der EUDI-Wallet?

Beide. Die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1731 legt fest, dass die PID im Format SD-JWT VC und im Format ISO/IEC-mdoc ausgestellt wird.[2]

Muss ein vertrauender Beteiligter beide Formate unterstützen?

Die für diesen Leitfaden ausgewerteten Texte verpflichten Wallets, beide Formate zu verarbeiten. Sie sagen nicht, dass ein vertrauender Beteiligter beide anfordern muss. Ein Verifier aus der Ferne kann eines der beiden anfordern. Ein Lesegerät im Nahbereich benötigt mdoc.[1][2]

Wie funktioniert die selektive Offenlegung bei SD-JWT VC?

Das signierte Token enthält Digests anstelle der Werte der Angaben. Jede Angabe wird als Disclosure mit einem Zufallswert, dem Namen und dem Wert übertragen. Der Verifier bildet den Hash und sucht nach dem Digest.[4]

Was ist Key Binding, und ist es dasselbe wie mdoc authentication?

Beides sind Bezeichnungen für die Gerätebindung, also den Beleg, dass der Nachweis zu Schlüsseln in der Wallet des Nutzers gehört. Für PIDs ist sie verpflichtend.[1]

Funktioniert OpenID4VP mit mdoc?

Ja. OpenID4VP transportiert beide Formate, mit der Kennung mso_mdoc für mdoc und dc+sd-jwt für SD-JWT VC. ISO/IEC 18013-7 ist die andere Option für die Vorlage aus der Ferne und transportiert nur mdoc.[1][4]

Wo kann ich einen Verifier für beide Formate testen?

Nutzen Sie die Konformitätstests unter conformance.eudi.dev und die Dokumentation unter docs.eudi.dev. Die Nationalbank der Republik Moldau hat außerdem einen Demo-Verifier mit Quellcode veröffentlicht.[1][12]

Quellen

  1. Architecture and Reference Framework v3.0.0, eu-digital-identity-wallet auf GitHub, Release vom 23. Juli 2026.
  2. Durchführungsverordnung (EU) 2026/1731 der Kommission, EUR-Lex, Amtsblatt vom 22. Juli 2026.
  3. Durchführungsverordnung (EU) 2024/2977 der Kommission über Personenidentifizierungsdaten, EUR-Lex, Amtsblatt vom 4. Dezember 2024.
  4. OpenID for Verifiable Presentations 1.0, OpenID Foundation, finale Spezifikation.
  5. OpenID for Verifiable Presentations 1.0 Final Specification Approved, OpenID Foundation, 10. Juli 2025.
  6. Verordnung (EU) 2024/1183 (eIDAS 2), EUR-Lex, Amtsblatt vom 30. April 2024.
  7. Normenreihe ISO/IEC 18013, mobiler Führerschein, ISO-Normseite.
  8. ISO/IEC 18013-7, ISO-Normseite.
  9. Digital Credentials, W3C-Entwurf.
  10. Digital Credentials API shipped, Chrome for Developers.
  11. Entwicklerleitfaden für EVO Wallet, Regierung der Republik Moldau, egov4dev.
  12. Demo-Verifier der BNM, Regierung der Republik Moldau, egov4dev.
  13. EU-Lösung zur Altersverifikation, technisches Portal, ageverification.dev.

SD-JWT VC und mdoc (ISO/IEC 18013-5) sind zwei Kodierungen desselben Versprechens: signierte Attribute, die der Nutzer kontrolliert. Wie Didit die Akzeptanz von Wallets angeht, sehen Sie auf der Lösungsseite zur EUDI-Wallet. Alle nationalen Verfahren finden Sie in eID-Verfahren nach Land.

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